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MoveOn

Radverkehrsdaten für Deutschland
Projektzeitraum

3.12.2021 - 31.12.2024

Land

Bund bzw. bundesweit

Stand der Information

18.3.2022

Das Projekt stellt eine Weiterentwicklung der Radverkehrsdatenerhebung und -verarbeitung im Rahmen der Kampagne STADTRADELN dar. Aufbauend aus den Erkenntnissen des Vorgängerprojektes MOVEBIS werden neue Anwendungsfälle entwickelt und bestehende weiterentwickelt. Dabei werden allen deutschen STADTRADELN-Teilnehmerkommunen in den Jahren 2022-2024 Planungsdaten zur Verfügung gestellt.

Karte mit Informationstrahlen, die von einer gemeinsamen Quelle zu unterschiedlichen Zielen führen. MoveOn
Analysedaten zum Radverkehr als unverzichtbarer Bestandteil des verkehrsplanerischen Werkzeugkastens.

Beschreibung

Ausgangssituation und Gesamtziel des Vorhabens

Der Radverkehr ist ein essentieller Teil der angestrebten Verkehrswende und ein unabdingbarer Baustein der Dekarbonisierung des Verkehrs. Daher ist insbesondere die kommunale Radverkehrsförderung in den nächsten Jahren ein Schwerpunktthema für Verkehrsplanerinnen und -planer und kommunale Verwaltungen. Für die Konzepterstellung, Maßnahmenplanung und auch Evaluation sind Analysedaten zum Radverkehr unverzichtbarer Bestandteil des verkehrsplanerischen Werkzeugkastens. Trotz steigender Anzahl an Dauerzählstellen im Bundesgebiet liegen Daten zum Radverkehr längst nicht flächendeckend vor. Auch in Kommunen mit automatischen Zählstellen für den Radverkehr liegen Informationen zur Radverkehrsentwicklung nur punktuell im Querschnitt und nicht für das gesamte Netz vor. Auch die oftmals vorliegenden Haushaltsbefragungen liefern nur einen groben Rahmen zum Verkehrsverhalten und können Beobachtungen und Messungen im Verkehrsraum nicht ersetzen. Diese sind allerdings vergleichsweise kostenintensiv und damit mit herkömmlichen Methoden kaum realisierbar.

Einen Lösungsansatz bietet hier die Methode Crowd-Sensing. Dabei wird die Datenerhebung (hier im Verkehrsraum) an eine interessierte Nutzergruppe ausgelagert. Insbesondere durch die starke Verbreitung von Smartphones, die sich aufgrund einer Vielzahl von Sensoren als Erhebungsinstrumente eignen, sind die technischen Voraussetzungen für eine derartige Datenerhebung gegeben.

Im Jahr 2020 abgeschlossenen Projekt MOVEBIS wurde die Erhebung und Auswertung von Radverkehrsdaten für Kommunen im Rahmen der Kampagne STADTRADELN umgesetzt. Zu Beginn des Jahres 2021 konnten die Ergebnisse in einem interaktiven Web-Portal für alle Teilnehmerkommunen des STADTRADELN ausgeliefert werden. Die Nutzung der Daten rief großes Interesse hervor, diese Art der Datenerhebung weiterzuentwickeln und zu verstetigen. Mit dem Projektende von MOVEBIS war der Nachweis einer leistungsfähigen und verkehrswissenschaftlich präzisen Datenerhebung sowie Verarbeitung erbracht, eine Weiterentwicklung und Validierung der Anwendungsfälle, hin zu einer anwenderfreundlichen Planungssoftware, stand jedoch noch aus.

Zusammenfassung der geplanten Projektdurchführung

Hier setzt das Projekt MoveOn an: die im Rahmen von MOVEBIS entwickelten Anwendungsfälle sollen zunächst einer abermaligen Validierung unterzogen und hinsichtlich einer anwenderfreundlichen Nutzbarkeit weiterentwickelt werden. Anschließend soll die zugrundeliegende Softwareplattform um weitere Anwendungsfälle erweitert werden. Das Projekt wird durch die Professur für Verkehrsökologie der Technischen Universität Dresden koordiniert. Kooperationspartner sind das Klima-Bündnis e.V. und die flow.d GmbH, ein aus dem Projekt MOVEBIS hervorgegangenes Spin-off der Professur für Rechnernetze der TU Dresden.
In Zusammenarbeit mit Radverkehrsplanerinnen und -planern aus Pilotkommunen unterschiedlicher Größe werden bestehende Anwendungsfälle, wie Verkehrsmengen, Heatmaps, Quelle-Ziel-Darstellungen und Wartezeiten überarbeitet und weiterentwickelt. Dazu werden Felduntersuchungen beispielsweise von Wartezeiten und (Rad)Verkehrsmengen in den Pilotkommunen durchgeführt, ausgewertet und anschließend mit den digitalen Daten verglichen, um so den hohen Qualitätsstandard weiter zu verbessern.
Darüber hinaus werden Differenzkarten für Panelauswertungen und die flächendeckende Hochrechnung von Radverkehrsdaten aus der Kampagne STADTRADELN auf den durchschnittlichen täglichen Radverkehr (DTV) auf Basis von Dauerzählstellen als neue Anwendungsfälle konzipiert und eingeführt. Beide Anwendungsfälle sind dabei sehr komplex, so ist beispielsweise die Entwicklung der Kampagne als solche von der Entwicklung der Radverkehrsbedingungen in einem Untersuchungsgebiet zu trennen. Dafür werden komplexe mathematische Algorithmen benötigt.
In weiteren Arbeitspaketen werden die Akzeptanz und die Erhöhung der Nutzerzahlen im ländlichen Raum untersucht oder weitere Informationen, wie beispielsweise die Informationen aus der ins STADTRADELN integrierten Meldeplattform RADar!, in das Radverkehrsdatenportal eingebunden.
In den Jahren 2022 bis 2024 werden jeweils nach Ende der STADTRADELN-Kampagne digitale Planungsdaten an alle deutschen Teilnehmerkommunen ausgeliefert. Dafür werden für über 2.000 Kommunen Nutzerzugänge zur Onlineplattform angelegt und verwaltet. Das Feedback der Planerinnen und -planern zur Nutzung wird über regelmäßige Befragungen in die Projektentwicklung eingebracht. Um dem Citizen Science Gedanken gerecht zu werden, soll im Projekt auch eine frei zugängliche Kartendarstellung für die Teilnehmenden des STADTRADELN entwickelt werden, die anschließend beispielsweise über die Kampagnenhomepage ausgeliefert werden kann.

Ziele des Projektes

Das Vorgängerprojekt MOVEBIS begünstigte das ohnehin starke Wachstum der Teilnehmendenzahlen und Kommunen der Kampagne STADTRADELN. Im Jahr 2021 nahmen fast 2.200 Kommunen und mehr als 800.000 Radelnde an der Kampagne teil. Mehr als 100 Kommunen und einige Bundesländer haben die Weiterführung des Projektes unterstützt. Die Projektbeteiligten wollen daher allen Kommunen verlässliche Daten für die Radverkehrsplanung liefern und dabei die Radelnden stärker einbeziehen. Vor allem im ländlichen Raum aber auch in Städte und Metropolen sollen mehr Menschen dafür begeistert werden einen Beitrag zur Erhebung von Planungsdaten für den Radverkehr zu leisten und damit letztendlich selbst für eine Verbesserung der Radverkehrsbedingungen vor Ort sorgen. Dafür wird kontinuierlich an der Qualität der Datenverarbeitung gearbeitet und neue, innovative Visualisierungen geschaffen, um Entscheidenden die bestmögliche (Daten)Grundlage zu liefern.

Finanzierung

Finanzierung

Bundesmittel, Private Mittel (ohne Sponsoring und Spenden)

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert.

Gesamtvolumen

Das Gesamtvolumen des Projektes beläuft sich auf rund 2.437.608 Euro. Das Projekt wird mit 2,3 Millionen Euro gefördert; davon erhalten die TU Dresden rund 1.767.954 Euro, das Clima Bündnis rund 535.723 Euro.
Die Eigenmittel des Klima Bündnis liegen bei rund 133.931 Euro.

Projektträger & Beteiligte

Projektleitung

Unternehmen, Universität, Verband, Verein, Private

Projektleitung (Institution)

TU Dresden, Fakultät für Verkehrswesen „Friedrich List“, Professur für Verkehrsökologie

Projektbeteiligte Institutionen

Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder | Alianza del Clima e.V.

Laufzeit

Der Gesamtprojektplan sieht ein Laufzeit vom 3.12.2021 bis zum 31.12.2024 vor.

Ansprechpartner(in) auf Projektebene

Sven Lißner, TU Dresden, Professur für Verkehrsökologie, Projektkoordinator

Hettnerstraße 1

01069 Dresden

+49 (0)0351 463 36929

TU Dresden, Fakultät für Verkehrswesen „Friedrich List“

Erscheinungsdatum: 18.3.2022

Autor: Sven Lißner, TU Dresden, Fakultät für Verkehrswesen „Friedrich List“, Professur für Verkehrsökologie